Der Niederrhein macht glücklich

Die Menschen in Mönchengladbach gehören zu den zufriedensten Großstädtern Deutschlands. Im aktuellen SKL Glücksatlas 2026 erreicht die Stadt 7,31 von 10 möglichen Punkten und landet damit auf Platz 7 unter den 40 größten Städten des Landes. Das Ergebnis liegt deutlich über dem Großstadtdurchschnitt von 7,02 Punkten und auch über dem nordrhein-westfälischen Mittelwert von 7,13 Punkten. Im bundesweiten Vergleich schneidet Mönchengladbach damit sogar besser ab als Großstädte wie München, Berlin oder Frankfurt am Main. Doch die eigentliche Geschichte beginnt dort, wo Zahlen allein nicht mehr ausreichen.

Warum Mönchengladbach mehr ist als seine Kennzahlen

Bei den objektiven Standortfaktoren – also etwa Einkommen, Wohnkosten oder Infrastruktur – landet Mönchengladbach im Ranking lediglich auf Platz 25. Bei der subjektiv empfundenen Lebenszufriedenheit reicht es dagegen für Platz 7. Die Studienautoren sprechen bei Städten mit diesem Muster von sogenannten „Overperformern“. Gemeint sind Städte, in denen die Menschen ihr Leben, ihren Alltag und ihr Umfeld deutlich positiver wahrnehmen, als es die reinen Standortdaten erwarten lassen. Für Mönchengladbach passt das gut zu einer Stadt, die aus 44 sehr unterschiedlichen Stadtteilen besteht. Jeder davon hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Geschichte und seine eigene Identität. Gleichzeitig kann dieser Unterschied zwischen Statistik und Lebensgefühl auch als Zeichen einer Stadt verstanden werden, die sich entwickelt. Denn Veränderungen werden oft zuerst im Alltag der Menschen spürbar, bevor sie sich vollständig in Kennzahlen niederschlagen. Einkommen, Wohnungsbestand oder Infrastruktur verändern sich über Jahre hinweg. Das Lebensgefühl reagiert häufig schneller. In einigen Bereichen zeigt sich diese Entwicklung inzwischen aber auch in den harten Zahlen. So erreichte Mönchengladbach bei den Baufertigstellungen im Jahr 2025 nach Angaben von IT.NRW Platz 3 unter den 22 kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens. Insgesamt wurden 758 neue Wohnungen fertiggestellt – ein Plus von 188 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Entwicklung zeigt seit Jahren nach oben

Das aktuelle Ergebnis ist kein Ausreißer, sondern Teil eines klaren Trends. 2024 erreichte Mönchengladbach mit 7,08 Punkten Platz 10. Ein Jahr später waren es 7,22 Punkte und Platz 8. Jetzt folgt mit 7,31 Punkten Platz 7. Bemerkenswert ist dabei, dass die Stadt stärker zulegt als der Durchschnitt aller Großstädte. Während die 40 größten deutschen Städte im Mittel lediglich um 0,05 Punkte auf 7,02 Punkte steigen, verbessert sich Mönchengladbach um 0,09 Punkte. Auch die Verteilung der Antworten fällt positiv aus. Mehr als die Hälfte der Befragten – genau 51,6 Prozent – bewertet das eigene Leben mit 8, 9 oder sogar 10 Punkten. Gleichzeitig äußern nur 5,3 Prozent eine klare Unzufriedenheit. Im Durchschnitt der 40 Großstädte liegt dieser Wert mit 8,6 Prozent deutlich höher.

„Was diese Stadt ausmacht, steht in keiner Tabelle“

Für Oberbürgermeister Felix Heinrichs bestätigt das Ergebnis die Entwicklung der vergangenen Jahre: „Die Mönchengladbacherinnen und Mönchengladbacher gehören zu den zufriedensten Großstädtern Deutschlands – und das zum dritten Mal in Folge mit steigender Tendenz. Wir sind im Vergleich nicht die wohlhabendste Stadt, und das behaupten wir auch nicht. Was diese Stadt ausmacht, steht ohnehin in keiner Tabelle: Die Menschen hier erleben ihren Alltag, ihre Nachbarschaft und ihre Stadt als lebenswert. Dieses Lebensgefühl entsteht aus Zusammenhalt und aus einer Stadt, die sich seit Jahren bewegt. Darauf bauen wir.“

Lebensqualität kommt nicht von allein

Diese Entwicklung ist kein Zufallsprodukt. Seit 2021 arbeitet Mönchengladbach mit der Gesamtstrategie „Eine Stadt. Gemeinsam Mönchengladbach“ daran, die Standortfaktoren der Stadt gezielt weiterzuentwickeln und die Lebensqualität nachhaltig zu stärken. Ein wichtiger Baustein dabei ist der Markenprozess der Stadt. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was macht Mönchengladbach eigentlich aus – jenseits von Statistiken, Rankings und Kennzahlen? In Analysen, Workshops und einer digitalen Bürgerbefragung wurden die Stärken der Stadt herausgearbeitet. Der Glücksatlas liefert nun eine interessante Bestätigung von außen für das, was dieser Prozess bereits sichtbar gemacht hat: Die wahrgenommene Lebensqualität in Mönchengladbach ist real. Die Ergebnisse des Markenprozesses sollen in den kommenden Monaten vorgestellt werden. Dann wird noch konkreter sichtbar werden, welche Faktoren dieses besondere Lebensgefühl prägen.

Teil eines größeren Trends im Westen

Das gute Abschneiden Mönchengladbachs fügt sich in ein größeres Bild ein. Laut Glücksatlas leben die zufriedensten Menschen Deutschlands vor allem in westdeutschen Großstädten. Im Durchschnitt erreichen diese 7,07 Punkte. Besonders positiv fällt dabei der Korridor von Aachen bis Duisburg auf. Die Studie nennt dafür verschiedene Ursachen, die einzelne Städte nur begrenzt beeinflussen können. Dazu gehören wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen, gewachsene Wohn- und Haushaltsstrukturen sowie regionale Besonderheiten des Rheinlands. Für Mönchengladbach hebt das Factsheet unter anderem eine vergleichsweise hohe Eigentumsquote von 36,8 Prozent und einen geringen Anteil an Einpersonenhaushalten hervor. Gleichzeitig benennt die Studie auch Herausforderungen, darunter eine Mindestsicherungsquote von 16,1 Prozent sowie einen Mietanstieg von 54,3 Prozent seit 2017.

Was der Glücksatlas eigentlich misst

Wichtig ist dabei: Der Glücksatlas misst nicht direkt die Wirkung kommunaler Politik. Erfasst wird die subjektive Lebenszufriedenheit der Menschen auf einer Skala von 0 bis 10 Punkten. Grundlage der aktuellen Auswertung sind 23.286 persönliche Interviews des Instituts für Demoskopie Allensbach, die zwischen Januar 2023 und April 2026 durchgeführt wurden. Die wissenschaftliche Auswertung erfolgte durch die Universität Freiburg. Das Ergebnis bildet damit keinen kurzfristigen Stimmungstrend ab, sondern einen über mehrere Jahre gemittelten Befund.

Bestätigung und Ansporn zugleich

Für Mönchengladbach ist das aktuelle Ergebnis deshalb beides: eine Bestätigung und ein Auftrag. Die hohe Lebensqualität soll in den kommenden Jahren weiter gestärkt werden – insbesondere in Bereichen, in denen die Studie Handlungsbedarf aufzeigt. Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum, soziale Teilhabe und mehr Stadtgrün. Der Weg dorthin ist bereits eingeschlagen. Das Ergebnis des Glücksatlas liefert dafür zusätzlichen Rückenwind. Und vielleicht zeigt das Ranking vor allem eines: Lebensqualität lässt sich nicht allein an Zahlen ablesen. Manchmal spüren die Menschen schon längst, dass sich etwas positiv entwickelt – bevor die Statistik es vollständig erfassen kann.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Mönchengladbach vom 10.06.2026


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